Bedeutung des Putten Engel

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Putten Engel Bedeutung

Putten sind süß, wohlgenährt, sehen glücklich aus und man muss sie ganz einfach mögen. Die kindlichen Engel dienen als Postkartenmotive, lächeln auf mit Glitzerstaub bestreuten Glanzbildchen und sind in Museen auf barocken Bildern zu bewundern. Doch was bedeutet der Begriff „Putte“, woher kommt die Tradition, Engel in Kindgestalt darzustellen und was unterscheidet Putten von klassischen Engeln?

Puttendarstellungen von der Antike bis heute

Der Begriff „Putte“ bedeutet „Knäblein“ und lässt sich auf das italienische Wort „Putto“ zurückführen, dessen Ursprung sich im lateinischen Begriff „putillus“ findet. Putten werden meist nackt oder nahezu unbekleidet dargestellt und zeichnen sich durch ihre kindliche Gestalt sowie ihre wohlgenährten Körper aus. Einige Putten tragen Flügelpaare, andere nicht. In zahlreichen Kirchen mit barockem Bezug sind Puttenfiguren als schmückendes Element in verschiedenen Formen zu finden. Sie sind geschnitzt, in Stein gehauen oder werden auf Bildern dargestellt. Der Ursprung der Putten ist aber deutlich vor Barock und Rokoko anzusiedeln.

Putten EngelPutten sind bereits seit der Antike bekannt, wo die Knabenfiguren Liebesgötter darstellten. Archäologische Funde legen nahe, dass Puttendarstellungen sowohl in der griechischen als auch in der römischen Antike weit verbreitet waren. In der christlichen Kunst sind Putten auffallend häufig als musizierende Engel zu finden – siehe auch unsere Putten Engel aus Holz. Die pausbäckigen Figuren spielen Flöte, Trompete oder ein anderes Instrument und stellen als Gruppe ein ganzes Orchester dar. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert erfreut sich die Darstellung kindlicher Engel im christlichen Kulturraum großer Beliebtheit.

Die Engel der Sixtina sind Teil von Raffaels Sixtinischer Madonna und gelten als die bekanntesten Puttendarstellungen überhaupt. Heute prangen die pausbackigen Engel auf Schokoladenpapieren, Postkarten und sogar Modeartikeln. Hier zeigt sich bereits, dass Putten in aller Regel eine schmückende Funktion besitzen. Im Barock und im Rokoko wurden Putten als allegorische Darstellung des Liebesgottes Amor verwendet.

Was unterscheidet Putten und Engel?

Im christlichen Verständnis sind Engel Erscheinungen, die von Gott gesandt werden, um den Menschen eine Botschaft zu überbringen. Im Mittelalter entwickelte sich die Angelologie, eine eigenständige wissenschaftliche Fachrichtung, die sich ausschließlich mit Engeln beschäftigte. Der bekannteste Engel, über den in der Bibel zu lesen ist, stammt aus der Weihnachtsgeschichte, weshalb dem modernen Menschen Engelfiguren vor allem als Weihnachtsschmuck oder beliebtes Weihnachtsmotiv begegnen.

Engel werden außerdem als Schutzengel verehrt und in zahlreichen Liedern besungen. Kleine Kinder werden als Engel bezeichnet, Menschen, die anderen helfen, gelten ebenfalls als Engel.
Putten haben ihre Wurzel nicht in der christlichen Kultur und werden weniger als religiöse Figuren betrachtet. Vielmehr verkörpern sie eine sympathische Jugendlichkeit und Leichtigkeit, die in einer als komplex empfundenen Realität als willkommene Ablenkung gelten. Geschnitzte Putten oder Puttenfiguren aus Gips zaubern dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht und bringen positive Energie in den Raum.

Das Kindchenschema

Die Faszinationen, die Putten auf den Betrachter ausüben, lässt sich leicht erklären, wenn man versteht, dass Puttenfiguren alles besitzen, was das Kindchenschema auszeichnet. Putten wirken verspielt und unbekümmert. Sie haben „Babyspeck“, makellos süße Gesichter und besitzen eine geschlechtslose Schönheit.

So, wie spielende Kinder Erwachsene erfreuen, lassen auch geschnitzte Putten die Augen ihres Betrachters leuchten. Putten erinnern daran, dass das Leben auch leicht sein kann. Sie stellen ein Bindeglied zwischen dem erwachsenen Menschen und seinem kindlichen Ich dar, das die Welt einst voller Freude und sorglos entdeckte. So lässt sich mit einer Putte ein Stück Leichtigkeit in den Wohnraum holen, die jedem Erwachsenen sicher gelegentlich zugute kommt.

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