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Adventskalender: Geschichte & Bedeutung

Für die meisten Menschen ist er aus der Vorweihnachtszeit nicht mehr wegzudenken: Die Rede ist vom Adventskalender, der heutzutage in allen möglichen Varianten Wände, Kaminsimse und Türen ziert und insbesondere Kinder begeistert. Aber woher kommt eigentlich die Tradition des Türchenöffnens? Seit wann gibt es Adventskalender und wie haben sie sich im Laufe der Zeit gewandelt?

Bedeutung des Adventskalenders: Jeder Vierte verschenkt einen gekauften Kalender

Bevor wir die Geschichte des Adventskalenders näher betrachten, wollen wir uns die Bedeutung des Adventskalenders in der heutigen Zeit ansehen. Wie populär sind Adventskalender? Und überwiegen gekaufte oder selbstgemachte Exemplare?

In einer Umfrage von YouGov und Statista gaben im November 2020 zwei von fünf Deutschen an, einen Adventskalender verschenken zu wollen. Dabei ist das Verschenken von Adventskalendern besonders bei Frauen beliebt (48 Prozent), nur 35 Prozent der Männer wollen dies tun. Jeder vierte Deutsche möchte mit einem gekauften Kalender eine Freude bereiten, 9 Prozent machen sich die Mühe und basteln selbst einen Adventskalender. 53 Prozent der Befragten gaben an, in diesem Jahr keinen Adventskalender verschenken zu wollen.

Am besten kommt übrigens die süße Schokoladenfüllung beim Adventskalender an, was sowohl für Frauen (58 Prozent) als auch für Männer (56 Prozent) gilt. Ebenso sind selbstausgewählte, kleine Geschenke, Kosmetik, Gewinnspiele und Spielzeug laut Umfrage beliebte Adventskalender-Überraschungen.

Herkunft des Adventskalenders: Woher kommt der Adventskalender mit den 24 Türchen?

Im Gegensatz zum Weihnachtsfest ist der Adventskalender ein recht junger Weihnachtsbrauch, seine Geschichte beginnt erst im 19. Jahrhundert. War er zunächst für Kinder bestimmt, für die er die Wartezeit aufs Fest verkürzen sollte, erfreuen sich heute auch Erwachsene an der adventlichen Tradition.

Zählhilfen: Vorläufer des Adventskalenders

Die Vorläufer des Adventskalenders sahen noch ganz anders aus als die heutigen Exemplare und hießen auch anders. Sie fungierten als Zählhilfen, die anzeigten, wie viele Tage es noch bis Heiligabend sind. So wollte man Zeit sichtbar machen. Außerdem lehrte das Abzählen der Tage bis Weihnachten den Kindern in bürgerlichen Kreisen auch Geduld und Disziplin.

In protestantischen Familien wurde in der Vorweihnachtszeit täglich ein christliches Bild aufgehängt oder man zeichnete 24 Striche an die Wand beziehungsweise an die Tür. Die Kinder durften dann jeden Tag eine Kreidemarkierung wegwischen. Katholische Gläubige legten jeden Tag im Advent einen Strohhalm in die leere Weihnachtskrippe, damit das Christkind an Weihnachten auf weichem Stroh gebettet war. Eine Adventskerze mit 24 Markierungen, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung herunterbrannte oder eine Weihnachtsuhr stellen weitere Abzähltraditionen dar.

Krippensets
Krippenfiguren-Sets
Krippenställe
Blockkrippen

Laut der Volkskundlerin Esther Gajek standen die Adventskalender von Beginn an auch für die Verweltlichung der christlichen Bedeutung des Weihnachtsfestes. Die Bescherung mit Geschenken rückte immer mehr in den Mittelpunkt. Der Adventskalender sollte mit seinen Mini-Bescherungen den Weg zur großen Bescherung verringern.

Jesuskind liegt in Stroh-BettchenVorläufer des Adventskalenders: Früher legten Kinder jeden Tag in der Vorweihnachtszeit einen Strohhalm in die leere Weihnachtskrippe, um die Tage bis zum Weihnachtsfest zu zählen.

1902 veröffentlichte die Evangelische Buchhandlung Trümpler in Hamburg den ersten gedruckten Kalender in Form einer Weihnachtsuhr für Kinder. Die Kleinen konnten die Zeiger der Uhr jeden Tag ein Feld weiterdrehen. Die Felder waren dabei mit Auszügen aus bekannten Weihnachtsliedern bedruckt.

Sechs Jahre später ließ der Münchner Verleger Gerhard Lang ebenfalls einen gedruckten Kalender für Kinder mit dem Titel "Im Lande des Christkinds" herstellen. Der Kalender bestand aus zwei Bögen Papier: Auf dem einen Bogen waren 24 Bilder, auf dem anderen 24 Felder. Der Nachwuchs durfte in der Adventszeit täglich ein Bild ausschneiden und jeweils auf das zugehörige Feld kleben. Damit fand der Adventskalender eine weitergehende Verbreitung in der Bevölkerung und war nicht mehr länger nur eine individuelle Tradition vieler Familien. Lang hatte sich bei seinem Adventskalender ebenfalls von einem alten Familienbrauch inspirieren lassen: Die eigene Mutter hatte ihm in seiner Kindheit 24 Kekse an einem Karton befestigt, um für den Sohn die Wartezeit auf Weihnachten erträglicher zu gestalten.

Eine weitere Neuerung: Die Anzahl der Türchen wurde nun auf 24 festgelegt. Denn die Kalender zuvor bezogen sich zumeist auf das Kirchenjahr und umfassten den ganzen Advent – vom 1. Adventssonntag bis Weihnachten.

Der heute bekannte Adventskalender mit Türchen zum Öffnen erschien um das Jahr 1920. Als Erfinder gilt ein englischer Pfarrer, der hinter den Türchen religiöse Figuren versteckte. Manch andere Kalender nutzten Bibelverse.

Adventskalender während des Dritten Reichs

Während des Nationalsozialismus wurden christliche Bräuche verdrängt und mit Inhalten der neuen Ideologie besetzt. Aus dem Adventskranz wurde beispielsweise der Sonnenwendkranz und das Christkind zum Lichtkind umgetauft. Auch der Adventskalender blieb von dieser Entwicklung nicht verschont. Es gab ihn zwar weiterhin, jedoch in veränderter Form. Der von den Nationalsozialisten vertriebene Kalender hieß schlicht "Vorweihnachten" (ein anderes Wort für Advent) und bestand aus nationalsozialistischen Weihnachtsliedern, Malbilder für Panzer, Bastelanleitungen für Christbaumdeko in Form von schwarzen Sonnen oder Runen sowie Märchen. Er war damit mehr ein Propagandamittel als ein Geschenk für Kinder zur Adventszeit.

Wirtschaftswunder: Der Schokoladenkalender tritt seinen Siegeszug an

Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg wurden Adventskalender immer günstiger und traten einen wahren Siegeszug an. Der Schokoladenkalender, der uns die Adventszeit bis zum Weihnachtsfest versüßt, wurde Ende der 1950er Jahre zum ersten Mal hergestellt. Schokokalender sind vor allem bei Kindern beliebt, für Erwachsene gibt es auch Kalender mit weihnachtlichen Motiven, hinter deren Türchen sich Sprüche, Bilder oder andere Überraschungen verstecken.

Manche Eltern basteln einen Adventskalender aus kleinen Säckchen selbst und verstecken darin kleine Präsente oder Spielzeuge für den Nachwuchs. Auch manche Partner werden kreativ und füllen für den oder die Liebste(n) 24 Jutesäckchen mit kleinen Liebesbekundungen.

Im Online-Zeitalter darf natürlich auch der virtuelle Adventskalender nicht fehlen. Viele Online-Händler bieten in der Vorweihnachtszeit zudem Adventskalender an, hinter deren Türchen sich weihnachtliche Schnäppchen verstecken.

Hausfassade wird zum riesigen Adventskalender umfunktioniertIn manchen Städten und Gemeinden werden ganze Hausfassaden zu großen Adventskalendern umfunktioniert.

In mehreren Städten und Gemeinden gestaltet man Gebäude zu riesigen Adventskalendern um. Hierfür werden die Fenster vorweihnachtlich geschmückt oder mit einer Nummer versehen und abends festlich angestrahlt. Manchmal treffen sich auch Menschen in der Vorweihnachtszeit vor diesen Adventskalender-Fenstern und singen Weihnachtslieder oder erzählen Weihnachtsgeschichten.

Kuriose Adventskalender-Varianten

Der Adventskalender ist heute zum Lifestyle-Produkt geworden und hat sich von seiner ursprünglichen Bedeutung weit entfernt. Die Psychologie weiß: Menschen freuen sich, wenn sie etwas auspacken dürfen. Das haben sie bereits von klein auf gelernt, das ist etwas Aufregendes. Und der Adventskalender ist das Highlight, da sie an 24 Tagen hintereinander etwas auspacken dürfen.

Wenn Sie in der Suchmaschine Ihrer Wahl "ausgefallene Adventskalender" oder "skurille Adventskalender" eingeben, werden Sie einige kuriose Funde machen. Eine kleine Kostprobe gefällig?

  • Rubbelkalender
  • Müsli-Kalender
  • Schnaps-Adventskalender
  • Parfüm-Adventskalender
  • Gewürzkalender
  • Mathe-Adventskalender
  • Luxus-Adventskalender
  • App-Adventskalender

Übrigens: In unserem Magazin finden Sie neben dem Beitrag zur Geschichte des Adventskalenders noch viele weitere informative Artikel rund um typische weihnachtliche Bräuche, beispielsweise warum an Weihnachten ein Tannenbaum aufgestellt wird, weshalb wir Nikolaus feiern und was es mit dem Christkind auf sich hat. Viel Freude beim Lesen der Artikel im Lignoma-Magazin.

Wenn Sie aus edlen Hölzern geschnitzte Weihnachtskrippen oder Krippenfiguren aus dem Grödnertal in Südtirol suchen, werfen Sie gerne auch einen Blick in das Angebot unseres Shops.

Bildnachweise: Titelbild: © galitskaya / stock.adobe.com; Bild 1: © Anneke / stock.adobe.com; Bild 2: © Naeblys / stock.adobe.com.

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