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Warum feiern wir Nikolaus? Geschichte & Bedeutung des Heiligen

Er ist einer der populärsten und bekanntesten Heiligen der Kirche: Nikolaus von Myra. Doch wer war Bischof Nikolaus, wie sind die Bräuche zu seinem Gedenktag am 6. Dezember entstanden und wie feiert man das Nikolausfest in anderen Ländern? Erfahren Sie in diesem Artikel alles zur Geschichte und Bedeutung des heiligen Nikolaus, der zu Lebzeiten Wunder gewirkt haben soll.

Wer war Nikolaus wirklich?

Warum feiern wir Nikolaus (griechisch: "Sieger des Volkes")? Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2019 sind 78 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass man etwas über den Ursprung des Nikolausbrauchs und seine Bedeutung wissen sollte. Dem heiligen Nikolaus liegen laut Forschern zwei historische Persönlichkeiten zugrunde – zum einen Nikolaus von Myra und Nikolaus von Sion.

Das Leben des Nikolaus von Myra

Über die bekanntere Person, Nikolaus von Myra, existieren nur wenige gesicherte geschichtliche Fakten über sein Leben und seine Taten. Als man sein Leben niederschrieb, war er bereits lange gestorben, so dass sich sein Leben mit einem anderen Mann namens Nikolaus, der im 6. Jahrhundert lebte, vermengte. Fest steht: Er wurde zwischen 270 und 286 n. Chr. in Patara (heute Türkei) geboren, das Teil des Römischen Reichs war. In jungen Jahren erhielt er die Priesterweihe, bald darauf ernannte man ihn zum Bischof von Myra in der Region Lykien. Während der Christenverfolgungen geriet Nikolaus laut Überlieferung in Gefangenschaft und wurde gefoltert. Auch soll er am ersten ökumenischen Konzil der Kirchengeschichte, dem Konzil von Nicäa im Jahr 325, teilgenommen haben.

Gestorben ist Nikolaus an einem 6. Dezember zwischen 345 und 365 n. Chr. Sein Todestag wurde zum Gedenken an seine guten Taten nach ihm benannt. Nikolaus von Myra soll in der Kirche St. Nikolaus in Demre bestattet worden sein. Im Jahr 1087 brachten italienische Seefahrer seine sterblichen Überreste nach Bari in Italien. Seine Reliquie in der Kathedrale St. Nicola wird von Katholiken und Orthodoxen gleichermaßen verehrt.

Legenden über Nikolaus

Um den heiligen Nikolaus und seine Taten ranken sich zahlreiche Legenden und Mythen, die seine Popularität und Bedeutung begründen. Alle Nikolaus-Geschichten haben eines gemeinsam: Sie vermitteln das Bild einer gütigen und hilfsbereiten Person, die mit ihrem wunderbaren Wirken die Not der Menschen gelindert hat.

Die Mitgiftspende

Nach einer der bekanntesten Legenden hat Nikolaus einem armen Mann und seinen Töchtern geholfen. Da dieser seine drei Töchter mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten konnte, wollte er sie zu Prostituierten machen. Der Nikolaus brachte daraufhin den drei Jungfrauen jede Nacht Goldklumpen, bis sie genug Geld für eine Hochzeit zusammen hatten.

Die Stillung des Seesturms

Einmal rettete der Nikolaus Seefahrer aus einem Seesturm. In ihrer Todesangst riefen sie den heiligen Nikolaus an. Daraufhin erschien ein mit übermenschlichen Kräften ausgestatteter Mann an Bord, der das Ruder übernahm, die Segel richtig setzte, den Sturm zum Abflauen und das Schiff sicher in den Hafen brachte. Zum Dank für ihre Rettung aus höchster Not beteten die Seeleute in der Kirche von Myra, wo sie ihren Retter erkannten und ihm dankten. Aufgrund dieser Erzählung gilt Nikolaus auch heute noch als Patron der Seefahrer.

Das Kornwunder

Als in der Heimatstadt des Nikolaus aufgrund einer Dürre eine Hungersnot herrschte, kam auf einmal ein vollbeladenes Schiff vorbei, das unterwegs zum Kaiser in Rom war. Da der Kapitän nichts von dem Getreide für die hungernden Menschen abgeben wollte, sprach Nikolaus mit ihm. Er überredete ihn, Korn für die hungernden Bewohner von Myra zu spenden. Durch ein Gebet des Nikolaus fehlte dem Schiff am Zielort auf wundersame Weise trotz der großzügigen Gabe nichts von seiner Ladung.

Der Nikolaus-Kult

Nikolaus ist einer der meistverehrten Heiligen der Christenheit und Schutzpatron von Ländern (u. a. Russland und Kroatien), von zahlreichen Berufen (u. a. Seeleute, Schneider, Bäcker, Weber, Metzger, Notare und Anwälte) und von Kindern. Und das nicht ohne Grund: Denn Nikolaus lebte zeitlose Werte wie Nächstenliebe, Güte, Barmherzigkeit, Ehrlichkeit, Tatkraft und Hilfsbereitschaft vor. Die Verehrung begann rund 200 Jahre nach seinem Tod in Griechenland und erreichte dann die slawischen Länder. In Russland wird nur Maria, die Mutter Jesu, noch stärker verehrt als Nikolaus.

Darstellung des heiligen Nikolaus

Der heilige Nikolaus wird in der lateinischen Kirche traditionell im Gewand eines katholischen Bischofs mit Bischofsmütze (Mitra), Krummstab und langem Bischofsmantel dargestellt. Meist erscheint er mit rot-weißem Habitus, in manchen Gebieten aber auch gold-weiß. Gelegentlich ist der Nikolaus auch mit drei goldenen Kugeln oder drei goldenen Äpfeln als Attribute abgebildet. Die Ostkirche stellt Nikolaus im Bischofsornat, mit Evangelienbuch und Lehr- oder Segensgestus dar.

Welches Brauchtum rund um den Nikolaustag gibt es?

Der Nikolaustag ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwar kein gesetzlicher Feiertag, dennoch hat er eine hohe Bedeutung – als christlicher Gedenktag und fester Bestandteil der vorweihnachtlichen Bräuche. An diesem Tag feiern auch alle Männer mit Namen Nikolaus oder der Kurzform Klaus Namenstag.

Nikolaus als Geschenkebringer: Der Stiefel- oder Einlegebrauch

Der im gesamten deutschsprachigen Alpenraum verbreitete Brauch, am Vorabend des 6. Dezember einen Stiefel oder Schuhe vor die Türe zu stellen, leitet sich vom Brauch des Schiffchensetzens ab. "Schiffchensetzen" nennt man die seit dem 15. Jahrhundert bekannte Tradition, Nikolausschiffe aus Papier zu basteln, in die der Heilige seine Geschenke legen soll. Das Schiffchen ersetzte man später durch Stiefel oder Strümpfe, die am Nikolausabend vor die Tür gestellt werden und über Nacht von ihm mit Süßigkeiten gefüllt werden. Dem Brauch liegt die Legende von den drei Jungfrauen, die Nikolaus in der Nacht beschenkt haben soll, zugrunde.

Der Nikolaus bringt am Nikolaustag Nüsse, Mandarinen und Äpfel.Mandarinen, Nüsse und Äpfel: Am Nikolaustag werden Kinder mit einer kleinen Aufmerksamkeit beschenkt.

Die Reformation, allen voran Martin Luther, lehnte die Heiligenverehrung und das Nikolausschenken als "kindisch Ding" ab. Er versuchte, das Beschenken am 6. Dezember durch das Christkind am 25. Dezember zu ersetzen. Seitdem wurde die Bescherung in vielen Ländern auf Weihnachten verlegt. Ursprünglich war der Nikolaustag – nicht Weihnachten als Fest der Geburt Jesu – der Tag der großen Bescherung mit Geschenken; in einigen Ländern ist er dies heute noch, beispielsweise in den Niederlanden.

Erst mehrere Jahrhunderte später übernahmen auch katholische Kreise das Christkind.

Neben diesem Einlegebrauch ist außerdem der "Einkehrbrauch" in einigen Familien noch üblich. Dabei kommt eine als Nikolaus verkleidete Person zu Besuch und bringt kleine Geschenke wie Mandarinen, Lebkuchen, Walnüsse und ähnliches mit.

Auch heute noch ist das Beschenktwerden am Nikolaustag laut YouGov-Umfrage üblich – als Vorgeschmack auf die große Bescherung an Weihnachten: Vier von fünf Deutschen sind jedoch der Meinung, dass zu Nikolaus nur eine Kleinigkeit verschenkt werden sollte. Konkret: 54 % der Bevölkerung halten ein Nikolausgeschenk für weniger als 10 Euro angemessen, nur ein Viertel würde bis zu 20 Euro für das Präsent im Nikolausstiefel ausgeben. Und womit werden Stiefel & Co. nun befüllt? 63 % der Deutschen, die befüllte Nikolausstiefel verschenken, befüllen diese mit Schokolade.

Nikolaus und sein Begleiter

Der gutmütige Nikolaus bekam ab dem 17. Jahrhundert einen Gegenspieler zur Seite gestellt, der je nach Region eine andere Bezeichnung hat: Knecht Ruprecht, Krampus, Pelzmärtl, Sünnerklas, Klaubauf oder Hans Muff. Ursprünglich handelte es sich um eine Kinderschreckfigur, die die Kleinen zu mehr Frömmigkeit erziehen sollte. Einer anderen Theorie zufolge soll der Nikolaus-Begleiter auf heidnische Rituale zurückzuführen sein: Im Winter sei er unterwegs, um böse Geister zu vertreiben. Im Laufe der Zeit wurde der Knecht Ruprecht vom Bestrafer zum Gehilfen des Nikolaus, der in einem Sack die Geschenke transportierte.

Der Weihnachtsmann – die Konkurrenz zum Nikolaus

Auch wenn sie mit rotem Mantel, weißem Bart sowie einem Jutesack voller Geschenke äußerlich fast zu verwechseln sind – Nikolaus und Weihnachtsmann haben nichts miteinander zu tun. Dass die religiösen Wurzeln und Bedeutung des Nikolaus immer mehr in Vergessenheit geraten, liegt auch an der Figur des Weihnachtsmanns, die die Werbeindustrie in den Vordergrund gerückt hat. Viele denken daher, dass der bärtige alte Mann mit der Bommelmütze der Nikolaus ist. Niederländische Auswanderer brachten ihren Sinterklaas-Brauch im 17. Jahrhundert nach Amerika. Aus Sinterklaas wurde im Laufe der Zeit schließlich der amerikanische Nikolaus alias Santa Claus, der anfangs allerdings noch viele verschiedene Gesichter hatte.

Der Weihnachtsmann hat nur äußerlich Ähnlichkeiten mit dem Nikolaus.Nikolaus und Weihnachtsmann haben nur äußerlich gewisse Ähnlichkeiten.

Der heute medial präsente Weihnachtsmann geht auf Haddon Sundblom zurück, der im Auftrag eines bekannten Brauselimonadenherstellers 1931 eine charismatische Figur für ihre Werbung erfinden sollte. Seitdem hat der Weihnachtsmann weltweit einen Siegszug angetreten. Dabei hat der Nikolaus auch heute noch eine wichtige Botschaft mit uns zu teilen – die der uneigennützigen Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft für andere Menschen.

Der Klausenbaum

Im gesamten mitteleuropäischen Raum ist seit dem 15. Jahrhundert der Brauch des sogenannten Klausenbaums bekannt. Zwar bezieht sich sein Name auf den Nikolaus, doch schmückt er die ganze Vorweihnachtszeit die gute Stube und ersetzt mancherorts sogar den Weihnachtsbaum beziehungsweise den Adventskranz. Es handelt sich um ein mit Tannengrün umwundenes pyramidenförmiges Kerzenleuchtergestell. An der Spitze ist der Klausenbaum mit einer Kerze geschmückt.

Weiteres Nikolaus-Brauchtum und Bedeutung in anderen Ländern

Nicht nur in Deutschland wird die Nikolaus-Geschichte feierlich begangen. Auch in anderen Ländern hat der Nikolaus eine hohe Bedeutung.

Schweiz

Ein Nikolaus-Brauchtum, das in der Schweiz praktiziert wird, ist das Klausjagen am 5. Dezember. Es geht auf einen heidnischen Brauch zurück, bei dem mit viel Getöse die bösen Wintergeister vertrieben wurden.

Österreich

Perchten in ÖsterreichFurchteinflößend sehen sie aus: Perchten, die die Winterdämonen vertreiben sollen.

In Österreich treiben die gefürchteten Krampusse und Perchten ihr Unwesen. Sie sollen die bösen Geister aus den Städten vertreiben und so wieder für Ordnung sorgen. Daher werden um den 6. Dezember herum an verschiedenen Orten in Österreich, beispielsweise in St. Anton am Arlberg, Krampusläufe veranstaltet. Bei diesen Veranstaltungen tragen die Teilnehmer gruselige Masken und ein Teufelsfell.

Frankreich

Bei den Franzosen kommt ebenfalls am 6. Dezember der Nikolaus und bringt kleine Aufmerksamkeiten und Süßes. Vor allem im Osten Frankreichs wird der Nikolaus vom "père fouettard", dem französischen Pendant zum Knecht Rupprecht, begleitet. In der Region Lothringen, deren Schutzpatron der heilige Nikolaus ist, wird eine Reliquie des Heiligen in der Kirche von Saint-Nicolas-de-Port, einer Kleinstadt unweit von Nancy, aufbewahrt.

Niederlande

Sinterklaas heißt der Nikolaus in den Niederlanden. Er ist die zentrale Figur eines Festes für Kinder, das am 5. Dezember in den Niederlanden groß mit Essen, Geschenken und Liedern gefeiert wird. Die niederländische Version des Nikolaus kommt mit dem Dampfschiff bereits Mitte November für das Sinterklaasfest aus Spanien angereist, wo er den Rest des Jahres lebt. Wie der "traditionelle" Nikolaus hat auch Sinterklaas immer seine Helfer dabei – die zwarte Pieten (schwarzen Peter).

Türkei

Heute pilgern immer noch zahlreiche Christen am Todestag des heiligen Nikolaus nach Demre in der Türkei und besuchen sein Grab. Die Türken nennen den Nikolaus liebevoll "Noel Baba" – Vater der Weihnacht.

FAQ: Das Wichtigste rund um Nikolaus und seine Geschichte in Kürze

Warum feiern wir Nikolaus?

Wir feiern Nikolaus in Gedenken an den heiligen Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert gelebt und an einem 6. Dezember gestorben sein soll. Nikolaus hat Erzählungen zufolge während seines Lebens zahlreiche Wunder bewirkt. Er ist einer der beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche. In Russland wird nur noch die Mutter Gottes mehr verehrt als Nikolaus.

Woher stammt der Brauch, Kindern am Nikolaustag Geschenke in den Schuhen zu verstecken?

Sankt Nikolaus soll arme Mädchen vor der Prostitution gerettet haben, indem er im Haus ihres Vaters Goldmünzen versteckte. Auf diese Nikolaus-Geschichte geht der Brauch zurück, Kindern Geschenke in ihre Schuhe zu legen.

Legende oder historische Figur: Wer war der heilige Nikolaus?

Dem heiligen Nikolaus liegen laut Forschern zwei verschiedene Männer mit dem Namen Nikolaus zugrunde – zum einen der Bischof Nikolaus von Myra aus der heutigen Südtürkei, der im 4. Jahrhundert lebte; zum anderen ein anderer Bischof namens Nikolaus, der im 6. Jahrhundert ebenfalls in dieser Region lebte – und zwar in Sion unweit des heutigen Antalya.

War der Nikolaus ein Türke?

Nikolaus wurde im 3. Jahrhundert in Patara in der Region Lykien in der heutigen Türkei geboren und starb in Myra, dem heutigen Demre. Die Region stand damals allerdings unter römischer Herrschaft.

Wer hat den Weihnachtsmann erfunden?

Ein bekannter Brauselimonadehersteller hat die Figur des Weihnachtsmanns, die häufig mit dem Nikolaus verwechselt wird, in den 1930er Jahren weltweit bekannt gemacht. Er stammt aus der Feder von Haddon Sundblom.

Wo liegt Nikolaus begraben?

Die Gebeine des heiligen Nikolaus wurden 1087 von italienischen Seefahrern von Demre nach Bari in Süditalien gebracht. Sein Grab ist bis heute in der Kirche San Nicola in Bari zu besichtigen.

Bildnachweis: Titelbild: ©gettyimages/Neyya, Bild 2: ©gettyimages/Jose Luis Pelaez, Bild 3: ©gettyimages/fotofritz16.

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