Lindenholz

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Die Linde gehört zu den laubabwerfenden Bäumen. Sie kann bis zu 40 Meter hoch werden, wobei ihr Stammdurchmesser zwischen einem und zwei Metern liegt. Mit bis zu 1000 Jahren erreichen Linden (lateinischer Name: Tilia) ein recht stolzes Alter. Das von Holzschnitzern und Bildhauern verwendete Lindenholz stammt von der Winter-Linde, der Sommer-Linde und der Holländischen Linde. Während die Winterlinde in Nord-, Mittel- und Osteuropa zu finden ist, wächst die Sommerlinde vornehmlich in Südeuropa. Die Holländische Linde ist eine Kreuzung aus beiden Lindenarten.

Lindenholz Eigenschaften

Lindenholz zeichnet sich durch helles Kernholz aus, das eine weiß-gelbe Farbe mit rötlich-hellbraunen Einschlägen besitzt. Das Splintholz ist vom Kernholz kaum zu unterscheiden. Die feinen Gefäße sind sehr gleichmäßig angeordnet, wobei die Jahresringe nur schwach erkennbar sind. Lindenholz neigt im Sonnenlicht zum Vergilben. Temperaturschwankungen sollte man generell vermeiden.

Zwischen dem Holz der Winter- und der Sommerlinde gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Lindenholz ist weich und mit einer mittleren Rohdichte von 530 kg/m3 ein Holz der mittelschweren Kategorie. Es ist gleichmäßig dicht, zäh und wenig elastisch.

Übrigens werden nur ausgesuchte Lindenstämme gefällt, die mindestens 75 Jahre alt sind. Die darauffolgende Lagerung ist sehr wichtig: das Holz muss mindestens vier Jahre trocknen, bis es eine Restfeuchte von 8 bis 12 Prozent erreicht hat. Der Trocknungsprozess ist von größter Bedeutung. Einerseits soll das Reißen des Holzes verhindert werden und andererseits lässt sorgfältige Trocknung die feine Maserung des Lindenholzes besser zum Vorschein kommen.

Verarbeitung

lindenholzLindenholz lässt sich gut schneiden und hobeln, gut schälen und biegen. Damit ist es der ideale Werkstoff zum Schnitzen und Drechseln. Lindenholz lässt sich leicht spalten. Die zum Vorschein kommenden Oberflächen sind jedoch nicht glatt. Die Verleimung ist nicht immer zufriedenstellend, Nägel und Schrauben hingegen halten gut. Nach dem Schleifen lassen sich die Oberflächen gut polieren. Auch das Beizen, Bemalen und Lackieren ist unproblematisch.

Schon in der Zeit der Spätgotik war Lindenholz ein von Bildhauern, Schnitzern und Drechslern bevorzugter Werkstoff. Daran hat sich auch in der heutigen Zeit nicht viel geändert, denn das Holz lässt sich sehr gut bearbeiten. Da für die Herstellung von Heiligenfiguren oftmals Lindenholz verwendet wurde, galt es lange als „heiliges Holz“. Neben seinem Einsatz im Bereich der Möbelherstellung ist Lindenholz in Kuckucksuhren, Spielwaren, Musikinstrumenten, Holzschuhen und traditionellen Holzschnitzereien, wie z. Bsp. unseren Weihnachtskrippen zu finden.

Pflege

Holzfiguren aus Lindenholz sind sehr pflegeleicht und sollten nur gelegentlich abgestaubt werden. Hierzu genügen ein weiches Tuch oder ein Pinsel. Da Holz generell die Eigenschaft besitzt, Feuchtigkeit aufzunehmen, sollten unbehandelte Schnitzereien nicht in feuchter Umgebung aufgestellt werden. Starke Temperaturschwankungen wirken sich ebenfalls ungünstig auf das Lindenholz aus.

Wo ist Lindenholz erhältlich?

Lindenholz sollte im Handel (z. Bsp. im Baumarkt) in Form von Brettern in verschiedenen Stärken problemlos erhältlich sein. Sind Sie auf der Suche nach Lindenholz zum Schnitzen, dann suchen Sie einen Schnitzrohling. Diese können Sie bequem in diversen Shops im Internet onnline bestellen und günstig kaufen. Geeignete Online-Shops finden Sie, wenn Sie z. Bsp. in Google nach „Lindenholz kaufen“ suchen. Einen Rohling mit den Maßen 400 x 130 x 130 mm bekommt man schon für ca. 20 €.

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